Was einen guten Züchter ausmacht:
Dein Züchter sollte Dir sympathisch sein! Ihr werdet in der nächsten Zeit und oft auch nach der Abgabe noch viel miteinander zu tun haben!
Die Zuchstätte sollte einen sauberen, gepflegten, wenn auch nicht pieksauberen Eindruck machen. (Angemeldeter) Besuch sollte willkommen sein.
Die Welpen sollten grundsätzlich im Haus aufgezogen werden, nicht in einem Zwinger, einer Garage oder einem Stall Dies ist ganz wichtig für die Prägung der Welpen!.
Wenn die Welpen größer sind, sollten sie die Möglichkeit haben, in einer Außenanlage Neues kennen zu lernen. Ein immer wieder mit neuen Spielsachen und Objekten bestückter Auslauf ist ideal! Optimal ist es auch, wenn die Welpen nach freiem Ermessen von drinnen nach draußen wechseln, sich nach Belieben aber auch zurückziehen können.
Es muss einen warmen und trockenen Schlafplatz geben, wo die Wurfgeschwister sich aneinander kuscheln können.
Es ist sehr wichtig, dass die Welpen bereits mit anderen Menschen, Kindern, möglichst auch mit anderen erwachsenen Hunden konfrontiert werden und hierbei möglichst gute und angenehme Erfahrungen machen. Als äußerst wertvoll hat es sich auch erwiesen, wenn die Welpen mit den Geräuschen des häuslichen Alltags aufwachsen, wie dem Staubsauger, der Küchenmaschine dem elektrischen Dosenöffner u.s.w. Sie werden dann später höchstwahrscheinlich keine Angst mehr davor haben.
Je mehr Trubel die Welpen miterleben, umso weniger leicht werden sie später zu beeindrucken sein. Für ein ungestörtes Aufwachsen ist es aber auch höchst wichtig, dass nicht andauernd Trubel ist. Die Welpen müssen auch genügend Ruhepausen bekommen und sich in Ihre geschützte Ecke zurückziehen dürfen! Sie benötigen für ihre Entwicklung noch ganz viel Schlaf, genau wie Menschenbabys!
Ideal ist es, wenn mit den Welpen bereits ein kleiner Ausflug gemacht wurde und sie schon einmal im Auto gefahren sind.
Der Züchter sollte Dir bereitwillig seine Zuchtanlage zeigen sowie Dir alles, was Du wissen möchtest, über die Elterntiere und ggf. weitere Vorfahren erzählen. Du solltest die Möglichkeit bekommen, beide Elterntiere zu sehen, sofern auch der Rüde am Ort oder in der Nähe lebt (was allerdings oft nicht der Fall ist)!
Du solltest, wenn Du es möchtest, alle Papiere der Elterntiere einsehen können! Interessant sind für Dich neben Gesundheitszeugnissen vielleicht auch Wesenstest-Berichte sowie Prüfungsberichte von Formwert oder Ausstellungen der Elterntiere.
Der Züchter sollte Dir erläutern können, warum er sich gerade für diese Verpaarung entschieden hat. Er sollte ein klares Zuchtziel haben.
Gibt es schon Halb- oder gar Vollgeschwister? Wie sind die gesundheitlichen Ergebnisse? Wie ist das Wesen?
Wie viele Würfe hat die Hündin schon gehabt, wie lange ist der letzte her, und wie alt ist sie? (Im DRC sind zum Schutz der Hündin nicht mehr als maximal 4 Würfe insgesamt pro Hündin gestattet, der zeitliche Abstand zwischen zwei Würfen muss mindestens ein Jahr betragen. Die Hündin darf im DRC frühstens mit 2 Jahren belegt werden und scheidet mit 8 Jahren aus der Zucht aus.
Werden die Welpen während der Aufzucht mehrfach entwurmt und mit der erhaltenen ersten Impfung (Impfpass!) abgegeben?
Wie läuft die Abgabe ab, bekommst Du noch etwas Futter und ein paar grundlegende Informationen zur weiteren Aufzucht mit auf den Weg?
Es sollte ein ordentlicher Kaufvertrag ausgestellt werden, in dem eventuelle "Mängel" des Welpen (z.B. Nabelbruch) schriftlich fest gehalten werden.
Ein Preisunterschied je nach Farbe oder Geschlecht ist nicht seriös!
Du solltest die Welpen ab der dritten oder vierten Woche besuchen dürfen (Vorher besteht für die Welpen eine zu große Infektionsgefahr, aber dies handhabt jeder Züchter anders). Ein guter Züchter wird Dich hierzu sogar ermutigen.
Wenn der Nachwuchs da ist: Die Welpen sollten nicht schlecht riechen (keinesfalls nach Urin oder Kot), klare Augen ohne Ausfluss (auch nicht aus der Nase!) sowie ein glänzendes, nicht struppiges Fell haben. Sie sollten in ihrer Aktivitätsphase lebhaft und interessiert auf Dich wirken, keinesfalls verängstigt und scheu, aber auch nicht hektisch und völlig überdreht (dieser Begriff ist bei Retrieverwelpen mitunter weit zu fassen!...). Die Welpen sollten von sich aus neugierig Kontakt mit Dir und mit den Dingen in ihrer Umgebung aufnehmen und gerne spielen.
Alle Welpen sollten vom Tag der Geburt an auf irgend eine Weise markiert sein, sofern ihre Fellfärbung und Abzeichen dies nicht erübrigen. Sie können zum Beispiel bunte Bändchen tragen oder einen Farbklecks im Fell haben, damit man sie auseinander halten kann.
Der Züchter sollte ein Protokoll über die Gewichtsentwicklung der Kleinen führen.
Die Mutterhündin sollte nicht ausgemergelt und ausgezehrt wirken. Es ist normal, dass sie durch das Säugen an Substanz verliert. Durch gute Fütterung ist dieses aber in der Regel im Rahmen zu halten. (Ebenso wenig sollte die Mutter natürlich übermäßig dick sein!)
Ein verantwortungsvoller Züchter wird Dich bei Abschluss des Kaufvertrages bitten, bei etwaigen auftretenden Problemen, aufgrund derer Du den Hund wieder verkaufen möchtest, Dich zuerst an ihn zu wenden ("Vorkaufsrecht"), damit er ein gutes neues Zuhause finden kann. Er sollte Dich ermutigen, Dich an ihn zu wenden, falls Du Schwierigkeiten jeglicher Art mit dem Hund bekommst!
Ein guter Züchter zeichnet sich auch dadurch aus, dass er DIR Löcher in den Bauch fragen wird und ganz genau wissen will, wohin sein Welpe kommt! Sei skeptisch, wenn Dir sofort am Telefon oder per email, ohne näheres Kennen Lernen, ein Welpe zugesagt wird! Ein verantwortungsvoller Züchter möchte Dich persönlich kennen lernen. Gute Gelegenheiten hierzu sind neben einem Besuch Ausstellungen oder auch Anlässe, wo Du die Hunde bei der Arbeit sehen kannst.
Zu guter letzt wird Dir ein guter Züchter bei der Auswahl des zu Dir passenden Welpen helfen und seine Vorschläge begründen können.
Noch ein Wort zum Thema "Hundevermehrer":
Bitte gehe keinem verantwortungslosen Hundevermehrer auf den Leim!
Unter einem Hundevermehrer versteht man jemanden, der oftmals mehrere Rassen züchtet, dies ohne offizielle Papiere tut und nicht die erforderlichen Voraussetzungen für eine artgerechte Hundehaltung und -zucht schafft.
Diesen gewissenlosen Menschen geht es lediglich um das Geld, welches man auf diese Weise leider durchaus mit der Hunde"zucht" verdienen kann. Die Hündinnen werden brutal ausgenutzt, indem sie wieder und wieder belegt werden. Sie sind oft in einem schlechten Zustand, was man als Laie aber vielleicht nicht gleich erkennen kann. Der Wurf wird oftmals in einem Verschlag gehalten, ohne den dringend notwendigen Kontakt zur Außenwelt. Über Gesundheit und Wesen dieser Tiere wirst Du nichts erfahren können. Niemand kann sagen, wie sich Welpen aus einer solchen Hundevermehrung entwickeln werden.
Bitte kaufe in einer solchen Situation kein Tier aus Mitleid! Solange es Käufer gibt, die bereit sind, einen Hund aus solchen Verhältnissen zu kaufen, wird es Hundevermehrer geben.
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