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Paya im Timmerlage 7/2005Paya im Timmerlage 7/2005Paya im Timmerlage 7/2005: EhrenrundeNino in Neumünster 5/2005Nino in Neumünster 5/2005: 1. Platz

 

Warum ausstellen?   Was läuft da ab?   Was ist "schön"?   Der Ausstellungstag   Tipps & Tricks   Ausstellungsbrevier  

 

(Tipp: Öffne das Ausstellungsbrevier in einem Extrafenster, dann kannst Du gleich nachlesen, was Du nicht verstehst!
Alle fett markierten Begriffe findest Du im Ausstellungsbrevier erklärt!)

    
  • Warum ausstellen?
  • Hundeausstellungen bieten zum einen dem Besucher die Möglichkeit, sich über die gezeigten Rassen zu informieren und auch Besitzer und Züchter der Rasse kennen zu lernen. Zum anderen sind Ausstellungen für Züchter sehr wichtig, da sie dort einen Überblick über den "optischen Stand" ihrer Rasse bekommen, die eigenen Hunde und ihre Nachzucht im Vergleich beurteilen lassen zu können sowie ggf. auch Ausschau nach geeigneten Deckrüden zu halten.
    Ausstellungen bieten auch immer eine Plattform, sich im Kreise von Züchtern und Besitzern einer Rasse auszutauschen und "Schwätzchen" zu halten.

    Ausstellungen sind für die meisten Hunde keineswegs eine "Qual". Meine Hunde sind von Ausstellungen absolut begeistert und machen sehr gerne mit. Achte mal auf ihre wedelnden Schwänzchen und den Gesichtsausdruck auf den Fotos! ... Beide lieben es, im Mittelpunkt zu stehen und so viele andere Hunde und Menschen treffen zu dürfen. Ein Hund, der Ausstellungen absolut "doof" findet, wird im Ring auch keine entsprechende Freude und Präsenz zeigen, was ihm dann auch eine äußerst kurze Ausstellungskarriere bescheren wird! ;-)

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  • Was läuft da ab?
  • Auf Ausstellungen, seien es Spezialzuchtschauen nur für Retriever oder internationale CACIBs, wo alle Rassen gezeigt werden, findet grundsätzlich eine Beurteilung der gemeldeten Hunde durch einen Richter (oder eine Richterin, im Folgenden ist der Einfachheit halber von "dem Richter" die Rede) statt, und die Hunde einer Rasse treten miteinander in Konkurrenz. Alle Hunde werden dem Alter und ggf. vorhandenen Arbeitsprüfungen oder Championtiteln nach in Klassen eingeteilt (dies geschieht bereits bei der Meldung Deines Hundes zu der Ausstellung, die etwa 6 bis 8 Wochen vor der Show erfolgt). Der einzelne Hund wird mit den Mitbewerbern in seiner Klasse im Ring vorgeführt. Dabei schaut sich der Richter jeden Hund einzeln im Stand und in der Bewegung genau an, beurteilt die Hunde aber auch im Gesamtbild der Gruppe.
    Zum Schluß werden die vier besten Hunde der Klasse auf die Plätze 1 bis 4 platziert. Der Gewinner der Klasse kann noch mit den Gewinnern der anderen Klassen in Konkurrenz treten. Es wird schließlich der beste Hund der Rasse ("Best of Breed" = BOB) sowie der beste Hunde der Rasse des anderen Geschlechts ("Best opposite Sex" = BOS) gekürt. Der beste Hund der Rasse kann nun noch mit den BOBs der anderen gezeigten Rassen um den Titel "Bester Hund der Show" (BIS) in Konkurrenz treten.

    Es gibt Ausstellungen im Freien oder in großen Hallen. Einlass ist meist früh morgens, und meist geht die Show bis in den fortgeschrittenen Nachmittag hinein. Auf internationalen Rassehundeausstellungen ("CACIBs") ist man verpflichtet, bis zum offiziellen Ende der Show mit seinen Hunden vor Ort zu bleiben, damit die Besucher auch am Nachmittag noch Hunde sehen können - dafür haben sie schließlich Eintritt bezahlt. Auf Spezialzuchtschauen des DRC kann man oftmals eher gehen. In jedem Fall muß man aber auf den Richterbericht warten, der in der Regel erst erstellt wird, wenn das Richten in dem Ring zu Ende ist.

    Auf großen internationalen Rassehundeschauen gibt es oft ein umfangreiches und interessantes Rahmenprogramm (z.B. Vorführungen aus Agility, Obedience, Rettungshundearbeit, DogDance oder DiscDogging/Hundefrisbee) sowie eine Vielzahl von Verkaufsständen mit Produkten rund um den Hund.

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  • Was ist "schön"?
  • "Schönheit" ist ja fast schon ein philosophischer Begriff und liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Ich spreche bei Rassehunden daher lieber von "standardgemäßem Aussehen" als von "Schönheit", denn "schön" kann für mich auch ein "wilder Strassenmischling" sein.
    Zu jeder Hunderasse ist bei der F.C.I. in Belgien ein Rassestandard hinterlegt, der genau beschreibt, wie ein Hund dieser Rasse im Idealfall aussehen sollte. Bei unseren Jagdhunderassen ist es wichtig zu wissen, dass das standardgemäße Aussehen immer auf der Funktionstüchtigkeit fußt, also auf der Einsetzbarkeit des Hundes für seine Aufgaben bei der Jagd. Ein Retriever kann nur den ganzen Tag arbeiten, dabei ausdauernd Laufen und aus ggf. eiskaltem Wasser apportieren, wenn sein Brustkorb Herz und Lunge genug Platz fürīs effiziente Arbeiten bietet, wenn er sauber "läuft" und seine starken Beine ihn ermüdungsfrei tragen können, wenn sein Fell dicht und mit Unterwolle versehen ist. Ein zu kurzer Hals würde ihn beispielsweise daran hindern, bequem eine Spur mit der Nase am Boden auszuarbeiten, ein kurzer Oberarm verbunden mit schlechter Winkelung der Vorhand ein raumgreifendes Ausgreifen und damit ein effizientes Gangwerk verhindern. Ein zu dünnes Fell schützt nicht ausreichend vor Dornen und lässt die Haut nass werden. Zu wenig Substanz und Bemuskelung lassen es an der nötigen Kraft mangeln, und ein zu kurzer Fang erschweren das Tragen eines größeren Stückes Wild. Darum sind beispielsweise diese Eigenschaften unerwünscht.

    Daneben gibt es natürlich auch "Feinheiten", zum Beispiel die Kopfform mit mehr oder weniger ausgeprägtem Stopp oder den "eleganten Typ" betreffend, die nicht unmittelbar in der Einsatzfähigkeit des Retrievers als Jagdgehilfe begründet sind. Es sind dies einfach Merkmale, die man sich für einen Vertreter dieser Rasse wünscht, weil sie den Hund "typisch" für seine Rasse machen, weil sie ihn zum unverkennbaren, unverwechselbaren Vertreter seiner Rasse machen.

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  • Der Ausstellungstag - was muß man wissen?
  • Du hast Deinen Hund ja bereits vor Wochen für die Ausstellung angemeldet. Manche Veranstalter, nicht alle!, schicken Dir eine Meldebestätigung zu (dies ist auf den großen CACIBs üblich). Du musst mit Deinem Hund, der sich möglichst vorher noch einmal in Ruhe gelöst haben sollte, zu der angegebenen Zeit am Einlass erscheinen und seinen Impfpass bereit halten. Manchmal muß man auch hier schon die Ahnentafel vorzeigen - mit nehmen musst Du sie in jedem Fall! Pro Aussteller kann eine Person kostenlos mit in die Ausstellung kommen, schließlich muß der Hund ja von jemandem vorgeführt werden! ;-) Auf der ggf. erhaltenen Meldebestätigung findest Du meist eine Gutschein-Ecke für den Ausstellungskatalog, den bekommst Du am Einlass. Darin schaust Du nun nach, in welchem Ring Deine Rasse eingeteilt ist und suchst diesen auf. Oft gibt es die Möglichkeit, den Hund am Ringrand in bereit gestellten Boxen unterzubringen. Aufgrund der begrenzten Anzahl gilt hier: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst! ;-)

    Schau im Katalog nach, welche Nummer Deinem Hund zugeteilt wurde und kontrolliere, ob er auch in der richtigen Klasse eingeteilt wurde. Etwa ab einer Stunde vor Beginn des Richtens kannst Du Dir von dem im Ring aufgebauten Richtertisch Deine Startnummer abholen, die Du gut sichtbar und "stabil" an der Vorderseite Deiner Kleidung befestigst (Sicherheitsnadeln oder Anstecker mitbringen! Diverse Befestigungsutensilien kannst Du auf der Show auch kaufen).
    Anhand der Reihenfolge im Katalog kannst Du in etwa abschätzen, ab wann Du dran sein wirst. Aber Achtung: oft wird die Reihenfolge des Kataloges nicht eingehalten! Du kannst Dich beim Ringpersonal erkundigen, ob evtl. Klassen getauscht werden (weil vielleicht in einer anderen Klasse noch mehrere Aussteller nicht vor Ort sind). Es liegt bei Dir, zur rechten Zeit am Ring zu sein!
    Gehe mit Deinem Hund vor dem Richten noch einmal auf den ausgeschilderten Löseplatz und versorge ihn während der gesamten Ausstellung mit frischem Wasser.
    Wenn Du an der Reihe bist, gehe mit den anderen Teilnehmern in Deiner Klasse in den Ring und stelle Dich in der Reihenfolge der Startnummern auf (niedrigste Nummer zuerst).

    Der Richter wird nun erst einmal alle Hunde zusammen kurz im Stand anschauen und dann eine Runde (oder mehrere) laufen lassen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen (Das korrekte Stehen und Laufen hast Du natürlich vorher mit Deinem Hund geübt! ;-) ). Danach wird jeder einzelne Hund an den Richtertisch gebeten, wo der Richter ihn sich im Stand genau anschaut und anfässt. Nenne dem Richter auf dessen Frage hin das Alter Deines Hundes, was Du selbstverständlich auch auf Englisch beherrschen solltest, denn viele Richter kommen aus dem Ausland. Übrigens, ein freundliches "Guten Tag" schadet nicht, aber "Händeschütteln" oder Reden, ohne gefragt worden zu sein, sind nicht angesagt! ;) Der Richter wird auch das Gebiss und beim Rüden die Hoden überprüfen, auch dies solltest Du vorher üben, damit es für Deinen Hund selbstverständlich ist.
    Dann wird der Richter Dich bitten, mit dem Hund auf- und ab zu laufen. Die meisten Richter wünschen eine Diagonale von ihrem Standpunkt aus in die gegenüberliegende Ringecke und zurück, so dass sie den Hund einmal von hinten und von vorne in der Bewegung sehen. Manche möchten aber auch ein "Dreieck" sehen, oder eine weitere Runde im Kreis, oder eine Kombination aus beidem. Es ist eine gute Idee, bei den vor Dir gerichteten Hunden schon einmal zu schauen, was der Richter genau sehen möchte! ;-)
    Danach stellst Du Deinen Hund wieder schön (und nicht zu dicht!) vor dem Richtertisch auf, so dass der Richtern ihn gut von der Seite sehen kann, denn jetzt gehtīs anīs "Eingemachte": der Richter diktiert dem Ringhelfer seinen Bericht über Deinen Hund und erteilt ihm eine Formwertnote. Den Bericht bekommst Du aber i.d.R. erst, wenn das gesamte Richten fertig ist!

    Nun bist Du erst einmal "entlassen" und reihst Dich wieder hinten bei Deinen Mitbewerbern ein. Wenn alle Hunde einzeln gerichtet wurden, möchte der Richter meist noch einmal alle Hunde gemeinsam im Kreis laufen sehen. Manchmal "sortiert" der Richter auch zwischendurch schon einmal die Reihenfolge um und setzt Hunde, die ihm gefallen haben, weiter nach vorne.
    Bei großen Klassen ist es üblich, dass der Richter zwischendurch schon einmal Hunde aus dem Ring entlässt, die für ihn nicht zu den Gewinnern zählen. Wenn Dich dies betrifft, verlasse einfach elegant, aber natürlich kommentarlos ;) den Ring, Ihr seid dann "fertig" und könnt auf Euren Richterbericht warten.

    Aber Achtung!: Manche Richter möchten sich im Ring mehr Platz für den einzelnen Hund schaffen und teilen sehr große Klassen bereits vor den Einzelbewertungen in zwei "Portionen". Die zweite Gruppe wird dann zunächst einmal vor den Ring geschickt, um dort zu warten, während die erste Gruppe gerichtet wird. Nun also nicht verschwinden! ;-) Der Ringsteward wird die zweite Gruppe herein rufen, wenn die erste Gruppe durchgerichtet ist und nun ihrerseits draußen am Ring warten muß.

    Nun wird der Richter die Platzierungen vornehmen: Die "besten" 4 Hunde werden platziert, sofern sie mindestens mit der Formwertnote "sehr gut" beurteilt wurden. Hierbei platzieren manche Richter erst den Gewinner, andere "von 4 nach 1", also den Gewinner zum Schluß. Am besten hast Du vorher schon einmal geschaut, in welcher Reihenfolge der Richter platziert, um Mißverständnisse zu vermeiden! ;-) Begib Dich mit Deinem Hund zu dem "Hütchen" mit der Dir zugewiesenen Nummer. Es macht einen guten Eindruck, den Hund hier noch einmal schön zu stellen, denn die Zuschauer möchten sich doch gerne ein Bild von den Gewinnerhunden machen!

    Auf vielen Shows gibt es nun für die platzierten Hunde ein Schleifchen oder gar einen Pokal, manchmal ein kleines Geschenk, manchmal aber auch gar nichts. Wenn der Richter die platzierten Hunde "entlässt", ist es üblich, noch eine Ehrenrunde zu laufen (in der Reihenfolge der Platzierungen: erster Platz zuerst!), dann verlässt man den Ring.

    Achtung: Wenn Du Deine Klasse gewonnen und die höchstmögliche Formwertnote mit Championatsanwartschaft ("CAC") hast (auch, wenn Du der einzige Starter in Deiner Klasse warst), musst Du noch einmal in den Ring! Bist Du in der Zwischenklasse, offenen Klasse, Gebrauchshundeklasse oder Championklasse gestartet, darfst Du um die Anwartschaft für den Titel "internationaler Champion" ("CACIB") mitlaufen. Dies gilt natürlich nur für Shows, auf denen das "CACIB" verliehen wird, also für "Internationale Rassehundeausstellungen". Gewinnst Du hier, darfst Du noch mit den Gewinnern der Jugend-, Ehren- und Veteranenklassedem um den Titel "bester Rüde" bzw. "beste Hündin der Rasse" konkurrieren, bleibst also noch für eine weitere Runde im Ring. Der Gewinner aus dieser Auswahl tritt dann noch gegen den besten Hund des anderen Geschlechtes um den Titel "Bester Hund der Rasse" (BOB = "Best of Breed") an. Wenn Du auch hier gewinnst, herzlichen Glückwunsch!!, ist Dein Ausstellungstag noch nicht zu Ende, denn am Ende der Show wird im Ehrenring noch der Beste Hund der Show gekürt. Oft wird hier auch noch der "beste Junghund der Show" gewählt.

    Auf DRC-Spezialzuchtschauen wird kein CACIB verliehen, daher treten nach Beendigung des Richtens eines Geschlechtes (alle Rüden, alle Hündinnen) gleich alle Klassensieger eines Geschlechtes (mit höchtsmöglicher Formwertnote und verliehenen Championatsanwartschaften) gegeneinander um den Titel "bester Rüde / beste Hündin der Rasse" an.

    Also, aufpassen und nicht zu schnell vom Ringbereich verschwinden, wenn Du gewonnen hast! Achtung: Wenn es um das Reserve-CACIB geht, kann dies auch zweitplatzierte Hunde betreffen! Dies ist dann der Fall, wenn derjenige Hund das CACIB bekommt, nach dem Dein Hund in seiner Klasse Zweiter geworden ist! Es kann ja sein, dass der Richter nur diesen einen Hund besser fand als Deinen, und dass Dein Hund besser ist als die Erstplatzierten der anderen CACIB-fähigen Klassen!

    Übrigens: Wenn Du zunächst noch sehr unsicher damit bist, wer wann mit wem in den Ring muß, und wer weshalb in einer Endauswahl nicht mehr mitlaufen darf - tröste Dich, auch erfahrene Aussteller mussten sich in das zunächst vielleicht kompliziert erscheinende, am Ende aber logische Regelwerk erst einmal "hineinfuchsen"! ;-)
    Es ist Aufgabe des Ringhelfers, auch "Ringsteward" genannt, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Hunde in den Ring zu rufen. Wenn Du Dich in Ringnähe aufhältst, gut sichtbar Deine Startnummer trägst und auf die Anweisungen des Ringhelfers achtest, kann Dir nicht viel passieren! ;-)

    Wenn Du fertig bist mit dem Vorführen, lobe Deinen Hund natürlich dafür, dass er so schön mit gemacht hat, egal, ob er zu den Favoriten des Richters gehörte oder nicht, lasse ihn etwas trinken und gehe vielleicht noch einmal mit ihm zum Löseplatz. Er darf sich nun ausruhen. Du kannst jetzt die Zeit zum Shoppen, Unterhalten oder zum Verfolgen des Richtens nutzen, oder Dir das Rahmenprogramm anschauen. Natürlich solltest Du Deinen Hund nicht stundenlang alleine in seiner Box lassen!
    Am Ende der Ausstellung (selten eher) bekommst Du Deinen Richterbericht gegen das Vorzeigen Deiner Startnummer am Richtertisch Deines Ringes ausgehändigt. Das warīs, hoffentlich gönnst Du Deinem vierbeinigen Freund nun einen Entspannungsspaziergang! ;)

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  • Tipps & Tricks
    • Kleidung:
    Nino Jüngstenklasse April 2003Freude auf der Welthundeausstellung Mai 2003!Welthundeausstellung Mai 2003: Nino JüngstenklasseChampionklasse auf der Welthundeausstellung Mai 2003

    Wähle eine Kleidung, in der Du Dich den ganzen Tag wohl fühlst, die bequem, aber nicht zu leger sein und vor allem mit der Farbe Deines Hundes kontrastieren sollte. Schwarzer Hund vor schwarzer Hose gibt z.B. ein ungünstiges Bild ab! (Schau mal ganz oben auf dem Bild rechts mit Nino, die Hose war zu dunkel!)
    Ich persönlich finde, dass ein gewisser Standard der Kleidung auch von Respekt dem Richter gegenüber zeugt, der den ganzen Tag lang, oft ohne richtige Pause, in stickiger Halle oder unter sengender Sonne richtet und schließlich selbst auch nicht im bequemen Jogginganzug mit Turnschuhen erscheint.
    Bedenke, wie Du Dich fühlen würdest, wenn Du Dir mit der Organisation einer Gartenparty viel Mühe gemacht hättest, und Deine Gäste kämen im Trainingsanzug!...
    Gepflegte Turnschuhe sind okay, ein ausgeblichenes Sweatshirt zur Fransenjeans weniger. Es ist ja völlig problemlos möglich, sich ein bequemes Oberteil für den langen Ausstellungstag anzuziehen und ein gepflegtes Oberteil für die paar Minuten im Ring mit zu nehmen. Auf großen Shows wie z.B. der Europasiegershow in Dortmund oder gar auf einer Welthundeausstellung oder der CRUFTS ist ein Anzug für mein Empfinden durchaus nicht übertrieben, ebenso gut gehen aber gepflegte Hose und Hemd. Auf kleineren Spezialzuchtschauen im Freien ist auch ein sportlicheres Outfit akzeptabel.

    Wähle farblich eher schlichte Kleidung und keine wilden Muster oder grelle Farben. Die Aufmerksamkeit soll ja auf Deinen Hund gerichtet werden, und nicht auf Dich! Ich finde, eher eng anliegend ist besser als weit-flatternd. Ein weiter Rock, der Deinem Hund vor der Nase flattert, wird nicht nur ihn irritieren!...
    Denke daran, dass Du nicht nur Laufen, sondern Dich ggf. auch bücken und hinknien musst. Dies schließt sehr kurze Röcke und Hosen aus naheliegenden Gründen aus!... Ausschnitte und Dékolletés sollten jugendfrei sein ;) , alles andere passt nicht zum Anlass.
    In Deinen Schuhen musst Du gut und sicher Laufen können. In Hallen ist der Boden oft glatt, im Freien häufig uneben.
    Dein Outfit wird vermutlich nicht über Sieg oder Niederlage Deines Hundes entscheiden. Doch auch Richter sind nur Menschen, und ein harmonisches, gepflegtes Bild wirkt immer! ;-) Du musst selbst entscheiden, ob Du diese Pluspunkte sammeln möchtest oder nicht...

      Dein Hund:Erst baden......dann fönen......dann noch Zähne putzen......hey, bin ich nicht schön?
    Dein Hund ist selbstverständlich sauber, gekämmt und frei von Ungeziefer wie z.B. Zecken! Baden unmittelbar am Tag vor der Ausstellung ist meist nicht ideal, weil es das Fell vorübergehend verändert, aber besser als ein dreckiger oder gar stinkender Hund. Denke auch an die Ohren, und, direkt bevor Du in den Ring gehst, an eventuellen "Schlaf" in den Augen.
    Retriever werden üblicherweise ein wenig getrimmt. Lasse Dir zeigen, wie es geht.
    Besorge Dir eine dünne Ausstellungsleine. Dein Züchter oder andere Besitzer Deiner Rasse können Dir zeigen, was für eine Leine üblich ist. Du kannst solche Leinen am besten direkt auf Hundeausstellungen kaufen, dort gibt es die größte Auswahl. Im Ring trägt Dein Hund nur diese Leine und kein Halsband! Nimmī für Deinen Hund eine Liegedecke und einen Wassernapf für den langen Tag mit, vielleicht auch sein Lieblingsspielzeug oder einen Kauknochen.
    Ein Tipp: Spot-on-Präparate gegen Zecken und Flöhe ("Exspot", "Frontline", "Advance") machen für einige Tage einen fettigen Fleck im Fell Deines Hundes. Warte mit dem Auftragen besser bis nach der Show.

    Selbstverständlich stellst Du Deinen Hund nicht aus, wenn er krank, verletzt, läufig (Hündinnen) oder anderweitig in schlechter Konstitution ist. Meldegeld ist "Reuegeld", es wird jedem einmal passieren, dass man es aus irgendeinem unvorhersehbaren Grund verfallen lassen muss.
      Benehmen Benimmī Dir!!
    Mit den anderen Ausstellern geht man selbstverständlich höflich und freundlich um, konkurrenzbedingte "Animositäten" sind nicht angebracht. Ohnehin heißt es auf jeder Show wieder: "Neues Spiel, neues Glück", und ein Hund, der letztes Mal gewonnen hat, muß nicht automatisch wieder vorne landen.

    Im Ring hält man genügend Abstand zu Vorder- und Hintermann, um die anderen Hunde nicht zu stören. Gerade Rüden mögen es oft nicht, wenn ihnen von hinten ein anderer Rüde zu sehr "auf den Pelz rückt".
    Ich persönlich finde es nicht gut, sich im Ring zu unterhalten, sei es, mit den anderen Ausstellern, sei es gar mit Personen außerhalb des Ringrandes - leider eine weit verbreitete Unart.
    Auch, wenn man gerade nicht an der Reihe ist, sollte man für mein Empfinden eine gewisse Form wahren. Plaudern und sich "locker machen" kann man ja, wenn man den Ring wieder verlassen hat.
    Ein freundliches "Thank you" nach der Einzelbewertung darf man dem Richter ruhig angedeihen lassen. Viele Richter schütteln "ihrem" Erstplatzierten die Hand und sagen mitunter noch zwei, drei Worte dazu, was ihnen an dem Hund besonders gefallen hat. Auch hier bedankt man sich natürlich. Aus Eigeninitiative spricht man nicht mit dem Richter, geschweige denn ihm ein "Händeschütteln" aufzudrängen.
    Wenn Dein Hund platziert wird, ist es üblich und eine schöne Geste, dem Gewinner sowie ggf. den vor Dir platzierten kurz zu gratulieren. An dieser Stelle sieht man übrigens oft, werīs mit Haltung trägt und wer nicht! ;-)

    Enthalte Dich eines Kommentars über Richter oder Richterbericht. Es ist kein guter Ton, nach dem Richten über den "ahnungslosen" Richter und dessen Beurteilung lauthals her zu ziehen, nur, weil Dein Hund vielleicht dieses Mal nicht gewonnen hast. Die Geschmäcker sind nun einmal verschieden, und jeder Rassestandard bietet Raum für individuelle Auslegung und Schwerpunktsetzung. Im Übrigen muß man die Kürze der Zeit bedenken, in denen ein Richter seine Entscheidung zwischen oft sehr ähnlich guten Hunden fällen muß, da geht es oftmals um minimale Akzente.

    Dein Hund darf sich im Ring nicht lösen (also keinerlei "Geschäftchen" machen)! Im Freien auf dem Rasen ist dies besonders für Rüden oft sehr verlockend - besonders, wenn schon ein anderer Hund damit angefangen hat. Sorge dafür, dass Dein Hund sich vor der Präsentation im Ring gelöst hat, und achte genau auf eventuelle "Ansätze"! ;)

    Wenn Du Deinen Hund mit Leckerli ausstellst, sorge dafür, dass Du kein Leckerli im Ring verlierst, das wäre eine sehr unfaire Ablenkung für die anderen Hunde.

    Wenn Besucher Dich nach Deinem Hund oder der Rasse fragen, ist es höflich, Auskunft zu geben. Viele Besucher kommen auf Rassehundeausstellungen, um die für sie passende Hunderasse kennen zu lernen und sich zu informieren. Jeder wird allerdings dafür Verständnis haben, dass Du gerade nicht Rede und Antwort stehen kannst, wenn Du gleich in den Ring musst. Lasse auch andere Aussteller sich und ihren Hund konzentrieren, wenn sie gerade kurz davor sind, in den Ring zu gehen. Selbstverständlich spricht man niemanden an, der gerade im Ring steht! Gehe auch nicht zu nah mit Deinem Hund an den Ringrand, während andere ausstellen. Die ausgestellten Hunde könnten sich durch Deinen Hund ablenken lassen.

    Dass man eine internationale Rassehundeausstellung nicht vor Ende des Richtens verlässt, wurde oben bereits erwähnt. Schlimmstenfalls kann Dir bei Nichtbeachtung die Anwartschaft Deines Hundes aberkannt werden! Jeder weiß vorher, dass ein Ausstellungstag lang ist. Richte Dich einfach entsprechend darauf ein! Nimmī Dir genug Proviant, ein paar Schokoladenkekse ;-), einen warmen Pullover und am besten einen kleinen Klapphocker mit und nutze die Zeit für nette Kontakte, zum Anschauen der anderen Hunde oder des Rahmenprogramms oder fürīs Shopping (Bargeld nicht vergessen! ;-) )!

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