FAQ zum Thema BARF FAQ zum Thema BARF FAQ´s zum Thema BARF

1.
Woher kommt eigentlich der Begriff "BARF"?
2.
Ist das nicht total aufwändig und umständlich?
3.
Ist rohes Fleisch nicht gefährlich, wegen Krankheitserregern?
4.
Ist rohes Schweinefleisch nicht gefährlich?
5.
Werden Hunde davon nicht blutrünstig?
6.
Warum soll das Fleisch roh gefüttert werden und nicht gegart?
7.
Ist das Füttern von Knochen nicht gefährlich?
8.
Kann ich von Fertigfutter auf Frischkost / BARF umstellen?
9.
Ist das nicht sehr teuer?
10.
Was sind typische "Anfägerfehler" beim Barfen?
11.
Wo kann ich mehr über die artgerechte Ernährung des Hundes Erfahren?

Antworten:

1.
Woher kommt eigentlich der Begriff "BARF"?
Die Abkürzung "B.A.R.F." stand ursprünglich für "bones and raw food". Die Amerikanerin Debbie Tripp übersetzte das Akronym allerdings auch als "born again raw feeders", um sich ein wenig über die "Wiedergeborenen Rohfleischfütterer" lustig zu machen.
Später wurde dem Akronym die Bedeutung "Biologically Appropriate Raw Food" gegeben, also "biologisch angemessenes/geeignetes rohes Futter".

Im Deutschen steht BARF dementsprechend für "Biologisch Artgerechtes Rohes Futter". Man spricht von BARF als der Ernährungsmethode, seinem Hund frisches Futter (Fleisch, Gemüse,...) roh zu verfüttern, und von BARFERN als den Menschen, die dies tun. BARFER sagen auch: Ich BARFe meinen Hund, er wird geBARFT.

2.
Ist das nicht total aufwändig und umständlich?
Nein, das ist es absolut nicht. Jedenfalls nicht, wenn Du eine große Tiefkühltruhe hast!
Ich mache einmal im Monat bis alle zwei Monate Fleischmix, Gemüsepüree und auch gekochten Reis zum Einfrieren fertig. Gemischtes Fleisch (Mischung aus z.B. Muskelfleisch, durchwachsenem Suppenfleisch, Pansen, Innereien) wird klein geschnitten (mittlerweile habe ich eine gute Quelle und bekomme es bereits geschnitten!) und portioniert, dann in Gefriertüten eingefroren.
Reis wird gekocht, portioniert und ebenso in Tüten eingefroren (Ich persönlich halte aus verschiedenen Gründen einen gewissen, angemessenen Anteil an Kohlenhydraten in der Hundenahrung für sinnvoll. Reis ist übrigens kein Getreide, sondern ein Gras, und wird, wenn gekocht, überdurchschnittlich gut verwertet und vertragen). Ich rolle mit einem Nudelholz den gekochten, abgekühlten Reis in Tüten flach, dann habe ich stapelbare "Platten", von denen viele in den Tiefkühlschrank passen und die fix wieder auftauen.
Gemüse-Obst-Kräuter-Püree mache ich ebenso fertig und friere es in Portionen ein.
Ich muss also lediglich, wenn GAR NICHTS Frisches da ist, abends eine Tüte Fleisch, einen Beutel Reis sowie einen Becher Gemüsepüree aus dem Tiefkühler nehmen.
Das Auftauen geschieht von alleine über Nacht! ;-)
Morgens gibt es dann bei uns das Fleisch, je nach Bedarf mit etwas Kalzium und evtl. einem Schuss hochwertigen Öls dazu, und abends eine Kohlenhydrat-Gemüse-Mahlzeit. Ebenso gut kann man aber auch das Fleisch mit dem Gemüse mischen, ganz, wie man möchte.

Das Vorbereiten und Portionieren kostet mich einen Nachmittag im Monat und der Rest täglich fünf Minuten.

Das heisst aber nicht, dass es bei meinen Hunden jeden Tag in identischer Zusammensetzung Fleisch, Reis und Gemüse aus dem Tiefkühler gibt. Dies ist lediglich die Option für die Tage, an denen nicht ohnehin etwas Frisches oder ein (ungewürzter) Essensrest da ist. Wenn ich mir Gemüse, Nudeln oder Kartoffeln koche, bekommen meine Hunde als eine Mahlzeit ganz einfach davon etwas ab, wobei ich in der Regel noch etwas "aufpeppe" (mit einem Milchprodukt, Ei o.ä.). Das ist sehr kostengünstig und auch ökologisch sinnvoll (Energie für´s Kochen wird gleich für uns alle genutzt!). Oder es gibt mal etwas Obst, einen Bananenquark, eingeweichte Haferflocken mit einem Schuß Sahne, Fleischreste, eine Dose Fisch oder auch frischen Fisch, Eier von unseren glücklichen Hühnern (gekocht oder als Rührei, wenn ich mir auch welches mache, oder Spiegelei, oder ein rohes Eigelb), ein ganzes, rohes Hähnchen, einen Salatrest, einen alten Brotkanten, einen frischen Pansen (seeeeeehr begehrt!!), den Rest einer Hühnersuppe mit Einlage, übrig gebliebener und vielleicht etwas eingetrockneter Käse (prima als Leckerli!), oder, oder,was eben gerade da ist. Diese Reste können dann Bestandteil einer Hunde-Mahlzeit sein oder auch mal eine ganze Mahlzeit, je nach dem.

Ich achte allerdings darauf, dass der Fleischanteil für meine Carnivoren schon stimmt! Wobei es überhaupt kein Problem ist, das Eiweiß mal einen Tag in Form von z.B. Quark zu geben. Milchprodukte liefern hochverdauliches und hochwertiges tierisches Eiweiß. Auch Fisch wird in der Regel sehr gerne genommen, ich füttere meistens einmal die Woche frischen Fisch und einmal Dosenfisch.

Dankenswerterweise fressen meine Hunde ALLES mit Begeisterung, egal, was ich ihnen zusammenmenge...

BARFEN ist total unkompliziert und dazu noch ökologisch und ökonomisch sinnvoll, da ich praktisch nichts mehr wegschmeiße, was wir Menschen übrig lassen.
Zudem macht es einfach Spass!

Es ist übrigens nicht notwendig, die Rationen und Inhaltsstoffe täglich nach komplizierten Tabellen zu berechnen! Wenn Du Dich zu Anfang gut informiert hast und weißt, was Dein Hund braucht und wie ein BARF-Ernährungsplan in etwa aussehen sollte, reicht es völlig, wenn die Ernährung Deines Hundes über einen Zeitraum von 3 bis 4 Wochen ausgewogen ist und alle Nährstoffe bietet. Abwechslung und Vielfalt ist auch hier Trumpf.
Oder führst DU Dir täglich ALLE essentiellen Nährstoffe, Vitamine und Mineralien zu??

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3.
Ist rohes Fleisch nicht gefährlich, wegen Krankheitserregern?
Nein, das ist nicht der Fall.
Immer wieder wird dieses "Argument" von BARF-Gegnern in´s Feld geführt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Hund vom Rohfleisch Würmer bekommt, ist tausendmal geringer, als dass er sich beim täglichen Spaziergang mit Würmern infiziert.

Ich verfüttere nur Fleisch von Schlachttieren, die für den menschlichen Verzehr frei gegeben sind. Das würde ich Dir auch empfehlen. Dieses Fleisch wird streng kontrolliert und darf keine Krankheiterreger enthalten. Du kannst es unbesorgt roh verfüttern. Ausnahme: Schweinefleisch (siehe nächste Frage)!

Wenn Du dennoch Fleischabfälle unbekannter Herkunft verfüttern möchtest: Zwei- bis dreitägiges Einfrieren tötet eventuelle Bandwurmfinnen sicher ab. Diese sind aber in oben genanntem Fleisch absolut nicht zu erwarten.

Im Übrigen esse auch ich gelegentlich gerne Hackfleisch oder mal ein zartes Carpaccio (= rohes Fleisch) und bin noch nie davon krank geworden.

Stichwort Tierärzte:

Viele Tierärzte warnen eindringlich vor der Verfütterung rohen Fleisches. Du solltest die diesbezügliche Meinung Deines Tierarztes / Deiner Tierärztin differenziert sehen. Offen gesprochen gibt es kaum Tierärzte, die sich WIRKLICH mit der Ernährung des Hundes auskennen.
Dieses Thema kommt in der Ausbildung der Tierärzte einfach nicht vor. Hingegen werden Tierärzte von Vertretern der Fertigfutterindustrie besucht und von diesen natürlich über die "Vorzüge" ihres Fertigfutters informiert. Einen BARFER-Aussendienst gibt es leider noch nicht! ;-)
Zudem haben viele Tierärzte Negativbeispiele von Hunden gesehen, denen GEKOCHTE Knochen gefüttert wurden - oftmals Hunde, die die Knochenfütterung gar nicht gewöhnt waren und nun zu Weihnachten einen schönen, großen Knochen bekamen....
Dies hat zwar nicht direkt mit rohem Fleisch zu tun, bringt aber die ganze Fütterungsmethode - verständlicherweise! - in Mißkredit.
Informiere Dich einfach selbst und stelle Deine Ohren ruhig einmal auf Durchzug, wenn "Warnungen" vor rohem Fleisch kommen. Derjenige weiß es wahrscheinlich einfach nicht besser.

Natürlich kann rohes Fleisch Krankheitserreger enthalten, genau wie roher Fisch oder auch, ja, rohes Gemüse. Selbst, wenn dies mal der Fall ist, werden unsere Hunde aber durch ihr spezielles Verdauungssystem prima damit fertig (aggressive Magensäure, kurze Verweildauer der Nahrung im Verdauungstrakt). Schließlich sind Hundeartige von der Natur darauf eingerichtet, auch mal von Aas zu leben, wenn sie keinen Jagderfolg haben. Hunde, die dies nicht vertrugen, sind von der Evolution längst "herausgemendelt"...
Man kann Caniden diesbezüglich nicht mit uns "empfindlichen" Menschen vergleichen.
Beobachte einfach Mal, woran Dein Hund auf einem Spaziergang so seine Schnautze hält, und vergleiche das dann mit der geradezu keimfreien Mahlzeit, die Du ihm vorsetzt...

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4.
Ist rohes Schweinefleisch nicht gefährlich?
Rohes Schweinefleisch kann für Deinen Hund tatsächlich gefährlich sein. In sehr seltenen Fällen kann es den Aujetzky-Virus enthalten, der für den Menschen ungefährlich ist, für Hunde aber tödlich. Aus diesem Grunde füttere ich kein rohes Schweinefleisch und empfehle es auch nicht.

Ich kenne allerdings viele Hundebesitzer, die rohes Schweinefleisch füttern und keinerlei Probleme damit erlebt haben. Ich bin hier lieber vorsichtig. Die Schweiz und Österreich gelten als Aujetzky-frei, übrigens auch einige deutsche Bundesländer. Wenn Du dort lebst und genau weißt, woher die Schlachttiere kommen, kannst Du selbst entscheiden, ob Du Schwein roh verfüttern möchtest oder nicht.

--> Nachtrag 18.06.2004: Auch Deutschland wurde nun unlängst als "Aujetzky-frei" erklärt. Es bleibt jedem frei zu entscheiden, ob er / sie rohes Schweinefleisch verfüttert. Ich tue es aus Vorsichtsgründen lieber nicht.

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5.
Werden Hunde davon nicht blutrünstig?
Das ist ein altes Ammenmärchen.

Ich garantiere Dir, dass Dein Hund durch den Verzehr von rohem Fleisch nicht blutrünstig werden wird!

Meine Hunde leben auf unserem Hof friedlich neben wohlgenährten Rindern, zarten Hühnern, Nachbars Kaninchen, auch ein Rehlein schaut mal vorbei, am Deich stehen die Lämmchen - alles Tiere, die meine Hunde zu fressen bekommen. Es ist noch zu keinerlei Übergriffen gekommen! ;-)

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6.
Warum soll das Fleisch roh gefüttert werden und nicht gegart?
Durch den Garprozess, egal, ob Du kochst oder brätst oder dünstest, werden viele wertvolle Vitamine im Fleisch zerstört. Außerdem wird das enthaltene Eiweiß denaturiert, also verändert.
Der Verdauungsapparat Deines Hundes ist von Natur aus auf den Verzehr von rohem Fleisch eingestellt. Warum also diese natürliche Nahrungsmittel verändern und wichtige Inhaltsstoffe zerstören?

Anders herum gefragt, warum sollte man das Fleisch garen?
Haben Wölfe Kochtöpfe? Und schadet Ihnen, dass sie keine haben??

Natürlich kannst Du das Fleisch für Deine Hunde garen, wenn Dir das Füttern rohen Fleisches absolut widerstrebt oder Deine Hunde es partout ablehnen, das ist immer noch viel, viel besser, als sie mit Fertigfutter zu ernähren! Es ist nur schlichtweg nicht notwendig und letztlich Verschwendung von Energie und Vitaminen. Im Falle einer anfänglichen Ablehnung von Rohfleisch durch Deine Hunde kannst Du Dich eines bewährten und Erfolg versprechenden Tricks bedienen:
Gare das Fleisch zunächst, so dass es gefressen wird, und dann immer weniger, bis Du es nur noch kurz überbrühst und es schrittweise immer "roher" ist - bis hin zum irgendwann komplett rohen Fleisch.

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7.
Ist das Füttern von Knochen nicht gefährlich?
Hier muss man unterscheiden: Gekochte Knochen sind hart und spröde. Sie können gefährlich splittern, und das Kauen auf gekochten Knochen kann aufgrund der durch das Kochen erreichten Härte zu Zahnfrakturen führen. Gekochte Knochen solltest Du nicht füttern. Füttere insbesondere keine gekochten Geflügelknochen, diese können aufgrund ihrer starken Splitterneigung lebensgefährlich für Deinen Hund sein!

Rohe Knochen kannst Du grundsätzlich füttern, sie sind ein hervorragender Kalziumlieferant. Wichtig ist es, Deinen Hund an die Knochenfütterung zu gewöhnen. Er muss erst lernen, sie gründlich zu kauen (das hat bei meinem Flatcoated Retriever seeeeehr lange gedauert!), und sein Verdauungsapparat muss sich auf die Verwertung von Knochen einstellen. Wenn Dein Tierarzt von Problemen berichtet, die er mit knochengefütterten Hunden erlebt hat, handelt es sich in aller Regel um mit Trockenfutter gefütterte Hunde, die zu Weihnachten mal einen ordentlichen, meist auch noch gekochten Parmaschinken-Knochen bekommen haben, das kann natürlich nicht gut gehen!

Wähle zunächst weiche, rohe Knochen wie z.B. ungekochte (!!) Hühnerkarkasse oder Brustbein vom Rind. Markknochen und Sandknochen sind zu hart. Bedenke auch, dass Knochenkalk stark stopft und lasse Deinen Hund zunächst nicht zuviel Knochen fressen. Wenn der Kot Deines Hundes hell und bröckelig ist, enthält er viel Kalzium, z.B. aus Knochen.

Man muss generell sagen, dass Hunde Knochen unterschiedlich gut vertragen. Probiere es einfach vorsichtig aus! Eine Alternative in der Kalziumversorgung stellt z.B. Knochenmehl dar, vielleicht bekommst Du sogar rohes, frisches Knochenmehl bei Deinem Schlachter umsonst (Achtung: nicht lange haltbar!). Du kannst aber auch gemahlene Eierschalen oder ein Kalziumpräparat aus dem Handel (Kalziumzitrat)füttern.

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8.
Kann ich von Fertigfutter auf Frischkost / BARF umstellen?
Ja, das kannst Du, egal, wie alt Dein Hund ist und wie lange er schon Fertigfutter bekommt.

Allerdings musst Du vielleicht etwas Geduld haben, da sich Dein Vierbeiner erst an die neue Kost gewöhnen muss. Vielleicht mag er manches zunächst gar nicht fressen, weil Dein Hund es einfach nicht kennt. Wenn Du Probleme bei der Umstellung hast, kannst Du hier Hilfe, Rat und wertvolle Tipps bekommen: Gesundehunde-Forum.

Es gibt allerdings auch sehr viele Hunde, die von einem Tag auf den anderen umgestellt wurden und mit Begeisterung sofort alles roh gefressen haben, bei problemloser Veträglichkeit.

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9.
Ist das nicht sehr teuer?
Nein, das ist es nicht.

Je nachdem, was Du fütterst und was Du für Fleischquellen hast, liegst Du im Bereich eines Premium-Hundefutters oder sogar (mitunter deutlich!) darunter. Mit der Zeit findet man seine günstigen Einkaufsquellen, Schlachtabfälle oder Pansen bekommt man mancherorts sogar geschenkt. Man kann auch Einkaufsgemeinschaften mit anderen BARFern gründen. Je länger Du es betreibst, umso günstiger wird es! ;-)
In jedem Fall empfiehlt sich die Anschaffung einer Tiefkühltruhe (sofern noch nicht vorhanden), um auch Sonderangebote "bunkern" zu können.

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10.
Was sind typische "Anfängerfehler" beim BARFen?
  • Sich zuviele Gedanken machen!
  • Anfangs macht man sich üblicherweise noch sehr viele Sorgen, ob Hundi auch alles bekommt, was er braucht. Man ist durch die Fertigfutter-Ideologie stark geprägt, welche ja dem Verbraucher vermittelt, dass (nur) in einem Fertigfutter alles enthalten sei, was der Hund braucht, in idealer Zusammensetzung, und dass der Hund täglich alle Nährstoffe in einem bestimmten Verhältnis bekommen müsse. Viele BARF-Umsteiger geben ab und an noch Fertigfutter, um "sicherzustellen", dass der Hund auch "alles bekommt, was er braucht" und keinen Mangel an irgend etwas entwickelt.

    Daran sieht man, wie erfolgreich die Werbung der Fertigfutterindustrie funktioniert.
    Fertigfutter ist keine hochwertige Rundum-Versorgung, sondern eine bequeme Lösung, den Hund mit nicht sehr hochwertigen Nahrungsmittelkomponenten gerade so zu versorgen, dass er dabei keinen Mangel entwickelt - gesund und frisch ist etwas anderes (siehe mein Artikel).

    Es ist natürlich unabdingbar, sich vorher gut darüber zu informieren, welche Nahrung ein Hund benötigt, in welchem Verhältnis die Nahrungskomponenten in etwa stehen sollten und was man beachten muß. Wenn man dann auf Abwechslung und Vielfalt achtet, ist der Hund bestens versorgt und benötigt auch nicht allerlei teure Pülverchen, um irgendwelche "Mängel" auszugleichen.

    So geht es den meisten: Selbst, wenn anfänglich aus Unsicherheit noch ab und an das "gute" Trockenfutter gegeben wird, nach einiger Zeit ist es den meisten zuwider, es zu füttern, und der letzte Sack wird verschenkt oder als Leckerli aufgebraucht...

    Wenn Du verschiedene Fleischsorten inklusive einem Anteil Innereien, dazu Gemüse, vielleicht etwas Obst, manchmal Milchprodukte, vielleicht mal ein Ei, gelegentlich Fisch, wenn er es mag, dazu ein hochwertiges Öl und eine Kohlenhydratquelle wie z.B. (gekochte) Kartoffeln oder Reis oder Haferflocken (dies kann individuell gehandhabt werden) sowie eine Kalziumquelle (Knochen oder Ersatz) fütterst, versorgst Du Deinen Hund mit allem, was er braucht, und zwar tausend mal besser als mit einem Fertigfutter! Versprochen! ;-)

  • Zu mageres Fleisch füttern!
  • Oft wird zunächst viel zu mageres Fleisch gefüttert, was dazu führt, dass der Hund abnimmt und stets Hunger hat, woraufhin immer mehr Fleisch gefüttert wird. Dies lässt die Kosten explodieren und ist auch nicht gesund, da der Eiweißanteil im Futter insgesamt viel zu hoch ist und zudem im Fett befindliche Vitamine fehlen. Außerdem bekommt der Hund davon immer noch nicht genug Energie, mageres Filet kann man in die meisten aktiven Hunde nahezu unbegrenzt "hineinschaufeln"! ;-)
    Das Fleisch sollte schon durchwachsen sein und sichtbare Fettanteile aufweisen.
    Natürlich kann man den Fettgehalt auch durch die Zugabe planzlicher Öle erhöhen. Zu viel Öl führt jedoch oft zu Durchfall. Außerdem kann der Canide tierisches Fett deutlich besser umsetzen als pflanzliches, welches streng genommen gar nicht artgerecht ist (wenngleich eine wertvolle Ergänzung des Hundefutters!).

    Mein Rüde Nino braucht den Fettgehalt, der gut durchwachsenem Suppenfleisch entspricht, das bedeutet gut sichtbare, weiße Speckanteile im Fleisch. Paya kommt mit weniger Fett aus.

    Schieres Muskelfleisch, Innereien, Lunge, Fisch ohne Haut (Ausnahme: Lachs) und Geflügel ohne Haut sind sehr mager.
    Die Haut von Fisch und Geflügel sind fett, sehr fett ist z.B. Euter, das Fett im Fleisch von z.B. Rind oder Lamm kannst Du gut sehen (das "Weiße" oder "Gelbliche"). Schweinefleisch, wenn Du es denn füttern möchtest, ist grundsätzlich fetthaltiger als das Fleisch anderer Schlachttiere.

  • Für den Anfang ungeeignete Knochen füttern!
  • An das Fressen und Verdauen von Knochen muß ein Hund sich erst langsam gewöhnen, wenn dies neu für ihn ist. Sein Verdauungssystem muß sich auch erst darauf einstellen. Mein erster BARF-Tag mit Nino begann mit einem gut gemeinten "schönen Stück" Rinderbrust inklusive Knochen, welches er begeistert im Ganzen herunterschlang...
    Ich hatte zwei schlaflose Nächte , in denen Nino immer wieder versuchte, den unzerkauten Knochen hervor zu würgen, was irgendwie nicht gelang. Irgendwann war das "Teil" dann Gott sein Dank verdaut und es gab auch keine Verstopfung, puh!...
    Das war natürlich - aus Unwissenheit - dumm von mir. Als Anfängerknochen eignen sich meiner Erfahrung nach Teile von rohem Huhn (nicht gerade von alten Suppenhühnern!) besonders gut. Man hält diese fest und lässt den Hund abbeissen und kauen. Oft erfordert es etwas Geduld, dem Hund dies beizubringen, aber irgendwann begreifen sie es alle!... ;-)
    Anfangs nicht Hund und Knochen miteinander alleine lassen, sondern das "ordentliche Kauen" überwachen. Nicht zu viel Knochen geben, da diese ungewohnte Kost stark stopft.
    Ersatzweise mit Kalziumzitrat oder Knochenmehl beginnen und erst später Knochen geben, wenn man dies denn möchte (Du kannst auch dabei bleiben).

  • Zu viel auf einmal wollen!
  • Es ist ganz normal, dass "glibberige" Nahrungsmittel wie rohes Huhn, roher Fisch oder Innereien wie Leber zunächst abgelehnt werden. Man kann sich hier behelfen, indem man das Ganze zunächst ein wenig anbrät und dann das Anbraten immer mehr reduziert bis hin zum Rohzustand, in der Regel funktioniert das gut.
    Man sollte auch nicht gleich mit einem Mega-Gemüsepüree mit diversen Sorten los legen. Manche Hunde lieben dies von Anfang an, andere aber mögen manche Gemüsesorten einfach nicht. Teste es einfach aus! Überhaupt wird Gemüse anfangs oft verweigert. Hier hilft das Mischen mit dem Fleisch oder das "Verfeinern" mit etwas Sahnequark, einem Löffel Dosenfisch oder Fischöl.
    Mit einem großen Stück Fleisch "im Ganzen" kann Dein Hund vielleicht auch zunächst nichts anfangen, oder er schlingt es gleich im Ganzen herunter - in dem Falle kommt es meistens "retour"...
    Schneide das Fleisch in dem Falle einfach in gulaschgroße Stücke, oder halte Deinem Hund das Fleischstück fest, damit er lernt, abzubeissen.
    Füttere auch nicht gleich eine große Portion roher Innereien wie Leber, dies kann zu Durchfall führen. Besser ist ein kleinerer Anteil Innereien gemischt mit Muskelfleisch und / oder durchwachsenem Fleisch.

    Bedenke, dass dieses Futter für Deinen Hund ganz neu ist, er muß sich da erst langsam herantasten! Gib´ ihm die Chance - und Zeit! Lass´ Dich nicht frustrieren, jeder Hund ist individuell. Sicher ist, Du tust das Richtige für ihn.

  • Sich verunsichern lassen!
  • Ganz typisch ist es, dass man in seiner Freude über die tolle neue Fütterungsmethode mit anderen Leuten darüber spricht und ganz viel "Oh Gott oh Gott!!" erntet. Da muß man sich anhören, man vergifte seinen Hund, völlig unverantwortlich fülle man Salmonellen und sonstige Parasiten in ihn hinein, und überhaupt, ROHES HUHN, und der Hund der Nachbarin sei wegen eines Knochens operiert worden, und wie wolle man denn die adäquate Versorgung des Hundes mit allen Nährstoffen gewährleisten, dass sei doch mit selbst zusammen gestellten Rationen gar nicht möglich, und überhaupt, WENN, dann NUR GEKOCHT, etc. etc. ....

    Keine Panik, kennen wir alle! ;-)
    Kaum ein Tierarzt äußert sich, mangels besseren Wissens, nicht kritisch über das BARFen.
    Da man ja nur das Beste für seinen Hund möchte und sich zu Recht für ihn verantwortlich fühlt, lässt man sich anfangs tatsächlich schnell verunsichern.
    Ich empfehle Dir, Dich in diesem Falle in einem kompetenten Forum (z.B. "Gesunde-Hunde-Forum") auszutauschen und Deine Sorgen zu schildern. Am sichersten fühlt sich, wer gut informiert und in Ernährungsfragen "sattelfest" ist. Oder aber - einfach weg zu hören! ;-)

    Der "klassische LangzeitBARFER" ist ein Gentleman, der genießt - und schweigt!... Die leidigen Diskussionen ermüden irgendwann, und ich muß niemanden "bekehren". Ich weiß, dass ich das Beste für meine Hunde tue und habe meine Erfahrungen gesammelt - meine Hunde danken es mir mit bester Gesundheit, super Aussehen und Topform, nur darauf kommt es an.

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    11.
    Wo kann ich mehr erfahren?
    Ich empfehle Dir wärmstens das Gesunde-Hunde-Forum von Swanie Simon: www.gesundehunde.com.

    Hier kannst Du alle Fragen zum Thema Frischkost los werden. Es gibt dort sehr viele erfahrene BARFer, aber auch BARF-Anfänger, die sich vielleicht mit den gleichen Fragen und Unsicherheiten herum quälen wie Du. So haben wir alle einmal angefangen! ;)

    Darüber hinaus kannst Du auf meine Linkliste zum Thema "Ernährung" schauen.
    Viel Spass!

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