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Grundlagen: Das Verdauungssystem des Hundes
Dass der Hund unmittelbar vom Wolf abstammt ist mittlerweile wissenschaftlich gesichert. In den Jahrtausenden der Domestikation, des Zusammenlebens mit dem Menschen sowie des züchterischen Eingreifens durch den Menschen hat sich das Äußere unserer Hunde teilweise stark verändert. Mitunter muss man von tierquälerischen Auswüchsen sprechen, wenn man sich über den Boden schleifende Ohren, kaum zum Atmen befähigende, platte Nasen oder vor Kälte zitternde, weil praktisch Fell-lose Mini-Hunde ansieht.
Doch so sehr sich das Aussehen unserer Haushunde gewandelt hat, die Anatomie seines Verdauungstraktes ist nahezu unverändert geblieben. Das Verdauungssystem des Hundes ist nach wie vor darauf eingestellt, Beutetiere zu fressen. Diese stellen seine artgerechte und natürliche Nahrung dar.
In früherer Zeit wurden Hunde für eben diesen Zweck gehalten: Sie sollten Ratten und andere Kleintiere fangen und ernährten sich so selbst. Viele Hunde fangen heute noch Mäuse und fressen diese, was im Hinblick auf Krankheitserreger heutzutage nicht immer unbedenklich (wenn auch trotzdem in der Regel folgenlos) ist.
Das Gebiss des Hundes ist darauf ausgelegt, Beutetiere zu reißen und grob zu zerteilen. Hunde haben keine für die Zerkleinerung pflanzlicher Nahrung geeigneten Mahlzähne wie beispielsweise Rinder. Die Verdauung beginnt beim Hund - anders als beim Menschen - erst im Magen und nicht schon in der Mundhöhle, die beim Menschen bereits Stärke-spaltende Enzyme enthält.
Hunde sind Schling-Fresser. Ihren Vorfahren kam es darauf an, eine erlegte Beute recht schnell herunter zu schlingen, bevor das Fressen ihnen durch Nahrungskonkurrenten streitig gemacht werden konnte.
Auch, wenn diese Gefahr heute nicht mehr droht, "inhalieren" viele Hunde ihr Futter aufgrund dieses genetischen Erbes auch heute noch förmlich wie "Staubsauger".
Wird einmal ein zu großes Stück herunter geschlungen, ist es für einen Hund völlig normal und nicht ekelhaft, diesen noch einmal hervor zu würgen und erneut zu verspeisen.
Hunde haben einen im Vergleich zum Menschen viel kürzeren Verdauungstrakt. Das bedeutet zum einen, dass ihr Verdauungssystem auf hochverdauliche Nahrung eingestellt ist. Dazu zählt zum Beispiel Fleisch. Zum anderen erlaubt es Hunden, auch nicht mehr ganz so frisches Fleisch zu fressen, ohne, dass dies ihnen schadet. Das Futter passiert den Verdauungstrakt viel zu schnell, als dass die Bakterien Zeit hätten, diesen zu besiedeln. Daher sind Hunde auch nicht so sehr durch Salmonellen gefährdet wie Menschen, sie sind diesbezüglich viel weniger empfindlich.
Hier kommt dem Hund auch seine von Natur aus sehr aggressive Magensäure zur Hilfe. Schließlich waren die Vorfahren unserer Hunde zeitweise auf den Verzehr auf Aas angewiesen, dies durfte ihnen ja nicht schaden.
Zum Leidwesen vieler Hundehalter verspeisen auch heute noch etliche Hunde gerne einmal Aas.
Wölfe und wild lebende Hunde ernährten sich, bevor der Mensch hier Einfluss nahm, vor allem von Beutetieren (in der Regel kleinere Säugetiere, was eben gerade zu erlegen war), wobei kleine Beutetiere komplett verspeist wurden. Bei größeren Beutetieren kam es auf dem Ernährungszustand des Rudels an, ob etwas übrig blieb. Ein größeres Tier wurde an der Hinterläufen beginnend geöffnet und verzehrt. Muskelfleisch und Innereien wurden als erstes verspeist. Knochen, Mageninhalt sowie Darm blieben in der Regel übrig, wenn nicht gerade Ernährungsnotstand herrschte. Fell, größere Skelettteile sowie Anhänge wie Hufe wurden stets verschmäht.
Daneben fraßen diese Ur-Caniden je nach saisonaler Verfügbarkeit Beeren, Wurzeln, grüne Pflanzenteile, Gräser, Nüsse, Samen sowie gelegentlich etwas Erde. Konnten sie eines Fisches, eines Vogels oder dessen Eiern habhaft werden, so bereicherten auch diese den Speiseplan.
Auf diese "Speisekarte" ist der Hund von seiner Anatomie her auch heute noch eingestellt.
Die meisten Haushunde werden heutzutage mit Fertigfutter in Form von Dosen- oder Trockenfutter gefüttert. Diese Fertigfutter bestehen zum überwiegenden) Teil aus Getreide (auch die "Premiummarken", trotz irreführender Deklaration). Man kann sich fragen, wer auf die Idee kam, den Beutefresser Hund hauptsächlich mit Getreide zu ernähren.
Nun, Getreide ist ein günstiger Eiweißlieferant. In Deutschland werden jährlich 1,66 mrd (Milliarden!) (Stand 2003) für Hundefutter ausgegeben. Dies ist augenscheinlich ein einträgliches Geschäft (Für Katzenfutter machten die Bundesbürger in 2003 übrigens sogar 1,83mrd locker).
Klar, dass es hier darum geht, mit möglichst günstigen Zutaten den Gewinn, der mit Fertigfutter erzielt werden kann, zu maximieren.
Ob dies das richtige und vor allem gesund für unsere Hunde ist - lies weiter, informiere Dich und entscheide selbst!
Im Folgenden mein Artikel zum Thema Trockenfutter, den ich Anfang 2003 für eine deutsche Mailing Liste geschrieben habe.Im ersten Abschnitt wiederholt sich einiges, was ich oben bereits einführend zur ursprünglichen Ernährung des Wolfs geschrieben habe.
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weiter mit: Artikel "Trockenfutter - what´s hot and what not?"
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