Seit Frühjahr 2004 wohnen bei uns fünf Hennen und ein Hahn. Hühner sind absolut tolle "Haustiere", die uns täglich Freude machen und die ich nicht mehr missen möchte. Lustig, aufgeweckt, kontaktfreudig, zutraulich und absolut gutmütig sind sie jederzeit für einen guten Bissen oder ein Spässchen zu haben.
Wir haben drei Zwergwelsumer-Hennen in rostrebhunhfarbig und zwei Zwergwyandotten-Hennen der Farbe Schwarz-weiß-columbia. Alle sind im Frühjahr 2004 geschlüpft.
Geleitet wird der ganze Trupp von meinem Hahn "Birki". Er ist ein Zwergwyandotten-Hahn in der Farbe "birkenfarbig", was ihm auch seinen Namen gab. Birki ist ein Thema für sich, er ist nicht nur wunderschön, sondern einfach der tollste Hahn aller Zeiten und hat seinen "Laden" voll im Griff!
Die Zwergwelsumer, genannt "Welsies", sind unter den Hennen die "Chefs im Ring". Sie waren zuerst da und sind eben auch zu dritt... Sie heißen Berta, Luise und Hilde. Berta ist die zutraulichste und klügste meiner Hennen, und auch die mit der besten Legeleistung und den größten Eiern.
Welsumer sind eine rein auf Legeleistung gezüchtete, robuste Nutzrasse. Sie sind wetterfest, gesund und widerstandsfähig sowie unkompliziert in der Haltung. Vom Wesen her sind sie bei entsprechender Behandlung zutraulich und aufgeweckt, dabei aber eher ruhig und friedlich.
Welsumer sind noch sehr "ursprüngliche", instinksichere Hühner. Sie sind geschickte Nahrungssucher, fliegen gut, übernachten noch gerne auf Bäumen wie ihre wilden Vorfahren und benötigen einen nicht zu kleinen Auslauf für ihre "Aktivitäten". Wenn das Raubwild nicht wäre, kämen sie sicher problemlos in der freien Natur zurecht.
Die Legeleistung meiner "Welsies" ist sehr gut, wobei sie für Zwerghühner enorm große Eier legen. 60g-Eier sind keine Seltenheit, es waren sogar schon 65g-Eier dabei. Damit erreichen die Eier locker die Größe von normal großen Hühnern. Die Eier sind hellbraun mit, je nach Huhn, mehr oder weniger ausgeprägter schokoladenbrauner Sprenkelung.
Die Zwergwyandotten "Hillary" und "Chelsea", genannt "die Clintons", sind besonders kälteresistent, da sie extrem viele dichte Daunen und einen Rosenkamm haben. Sie legen weniger als die "Welsies" und auch etwas kleinere Eier, die aber mit rund 50g (im zweiten Jahr) auch eine gute Größe haben. Die Eier sind cremefarben und ganz glatt, wie polierte Marmorkugeln.
Vom Geschmack her finde ich persönlich die Welsumer-Eier unübertroffen. Der Dotteranteil im Ei ist besonders hoch, der größte Teil des Eis besteht aus Dotter.
Bei identischer Fütterung ergibt sich bei den Welsumern ein leuchtend orangefarbener Dotter, der der Wyantotten ist heller in einem leuchtenden Gelb.
Wyandotten sind ein klassisches "Zwiehuhn", also ein Zwei-Nutzungs-Huhn.
Das bedeutet, dass sie sowohl auf eine brauchbare Legeleistung als auch auf einen guten Fleischansatz hin gezüchtet wurden.
Beide Rassen gibt es auch in "groß". Große Welsumer sind für ihre enorm großen Eier und überdurchschnittliche Legeleistung bekannt.
Welsumer gibt es neben der Farbe "Rostrebhunnfarbig" auch in der Farbe Orange. Wyandotten gibt es mittlerweile in unzähligen Farb- und Mustervariationen, sie sind auch ein typisches Huhn für Ausstellungen und Zuchtschauen.
Haltung und Fütterung
Unsere Zwerghühner haben ein umzäuntes Gehege mit zwei Ställen zur Verfügung. Leider ist es aufgrund der auf unserem Hofgelände "verkehrenden" Hunde, Katzen und Raubvögel nicht möglich, die Hühner frei umher laufen zu lassen. Mit etwa 100qm freier Auslauffläche haben sie viel Platz zum Scharren, Sandbaden, Aufbaumen, Ruhen und Umherspazieren. Etwa die Hälfte des Geheges ist mit hohen Tannen bestanden, so dass die Hühner jederzeit unter ihnen Schutz suchen können. Den dichten Tannenreiser am Boden schätzen meine Hühner sehr zum Wühlen, Scharren und "Baden". Ein ehemaliges Gewächshaus, dessen Boden dick mit Rindenmulch ausgetreut wurde, dient als "Indoor-Aufenthaltsbereich". Wenn es stark regnet, können sich die Hühner hierhin zurück ziehen. Dort können sie auch ein Sandbad nehmen, was für die Körperpflege und Gesundheit sehr wichtig ist.
Der komplette Auslauf und die Ställe werden täglich vom Hühnerkot gereinigt, das ist in 10 Minuten gemacht. So ist alles stets sauber und absolut geruchsfrei. Mein Motto: "Wenn der Hühnerstall riecht, macht man etwas verkehrt!".
Nachts schlafen die Hühner in einem geschlossenen, isolierten und "einbruchssicheren" (Marder!) Stall, den wir aus einem ehemaligen Trafohäuschen gebaut haben. Bei strengem Frost wird hier mittels einer Wärmelampe punktuell ein wenig geheizt.
Meine Hühner finden Stangen doof und haben daher ein gemütliches, kuscheliges "Bettchen" aus feinen Sägespänen auf dem Kaninchenstall, der ihnen als Nest dient. Dieser Schlafplatz kann sehr einfach und bequem täglich vom Hühnerkot gereinigt werden, so dass das Nachtlager stets hygienisch und sauber ist.
Die Hennen dürfen sich bei Birki unter die Flügel kuscheln, so schlafen sie am liebsten und fühlen sich wohl behütet.
Meine Hühner werden natürlich ausschließlich "bio" gefüttert. Legemehl und Fertigfutter lehne ich ab.
Morgens bekommen sie einen kleinen Becher voll meines persönlichen Körnermixes (Geheimrezept!...) in den Auslauf gestreut. Nachmittags gibt es Grünfutter sowie abwechselnd diverse andere "frische" Kost: Gemüse und Obst, mal kombiniert mit Quark, frisches Fleisch, mal ein paar Mehlwürmer, zerdrückte Kartoffeln mit ein wenig Milch oder, oder, oder...
Insekten und Würmer können sich die Hühner im Auslauf selbst suchen.
Da der gesamte Auslauf trotz der großzügigen Abmessung mittlerweile gänzlich abgeweidet ist, bekommen die Hühner Gras und "Un"kräuter aus dem Garten serviert. Vogelmiere lieben sie besonders. Dieses Kraut sorgt auch für eine schöne, kräftige Dotterfarbe.
Für die Kalziumversorgung füttere ich gemahlene Eierschalen.
Dem Trinkwasser füge ich meinen selbstgemachten Kräuter-Apfelessig mit Knoblauch zu. Dies ist der Gesundheit und Abwehr zuträglich und hilft, Würmern und anderen Parasiten vor zu beugen. Die Hühner mögen den Geschmack sehr gerne. Daneben füttere ich gelegentlich Spirulina oder andere Grünalgen zu (pulverisiert und getrocknet), eine wertvolle natürliche Quelle für Jod, Spurenelemente und Aminosäuren.
Vitaminzusätze und ähnliches lehne ich entschieden ab. Mit einer abwechslungsreichen, frischen Kost bekommen meine Hühner alles, was sie brauchen und danken es mir mit Vitalität, Widerstandskraft und überdurchschnittlich guter Legeleistung.